Wenn Worte fehlen, können Symbole eine Form geben.
Symbolarbeit für Coaching, Beratung und psychosoziale Bildung
Symbolarbeit ist eine methodisch strukturierte Form der Beratung, des Coachings und der psychosozialen Bildungsarbeit. Sie arbeitet mit konkreten Gegenständen, Bildern, Figuren, Wegen oder räumlichen Anordnungen. Dadurch können Erfahrungen, Konflikte, Ressourcen und Ziele sichtbar werden, bevor sie vollständig in Worte gefasst sind.
Bei GeSoB verstehen wir Symbolarbeit nicht als Deutungstechnik. Ein Symbol ist kein geheimer Code, den die Fachperson entschlüsselt. Es ist ein Bedeutungsmedium: Die Person, die mit den Symbolen arbeitet, bleibt Expertin für ihr eigenes Leben, ihre Erfahrungen und ihre Entscheidungen. Die begleitende Fachperson verantwortet Rahmen, Material, Prozess und Schutz.

Was Symbolarbeit ermöglicht
Symbolarbeit hilft, Abstand zu gewinnen, Wahrnehmung zu schärfen und neue Perspektiven zu entwickeln. Ein Thema bekommt eine äußere Form. Diese Form kann betrachtet, beschrieben, befragt, ergänzt, verschoben oder neu geordnet werden. So entsteht ein Weg vom inneren Erleben über das sichtbare Bild hin zu Sprache, Entscheidung und Handlung.
- Klärung von Fragen, Konflikten und Entscheidungen
- Arbeit mit Ressourcen, Zielen und nächsten Schritten
- Reflexion in Coaching, Beratung und Supervision
- Bildungs- und Berufsberatung, Jugendarbeit und Übergangsbegleitung
- Team- und Organisationsentwicklung
- Fortbildungen für Fachkräfte in psychosozialen und pädagogischen Arbeitsfeldern
Die 5 Arbeitsschritte der Symbolarbeit
In der gruppenbezogenen Symbolarbeit wird das Thema zunächst allein und ohne Zuschauerinnen aufgebaut. Erst wenn die Darstellung fertig ist, setzt sich die Gruppe um das Dargestellte und die Teilnehmerin. Danach folgt ein klarer Ablauf:
1. Präsentation
Die Teilnehmerin nennt die Überschrift oder das Thema der Darstellung. Sie erzählt, was sie dargestellt hat, und sagt jeweils genau, über welches Symbol sie gerade spricht.
2. Sachfragen
Die Gruppe stellt ausschließlich Sachfragen zu den Symbolen und zu dem, was sichtbar ist. Es geht noch nicht um Deutung. Warum- und Wieso-Fragen werden vermieden.
3. Wahrnehmung
Die Gruppe spricht die Teilnehmerin direkt an und beschreibt ihre Wahrnehmungen: Gestik, Mimik, Körperhaltung, Atmung, Stimmlage, Emotionen oder Berührungen von Symbolen. Wahrgenommene Emotionen werden an beobachtbaren Zeichen festgemacht.
4. Deutung
Die Gruppe spricht nun über die Teilnehmerin und denkt laut. Sie formuliert Hypothesen und Fragen: Was könnte das Problem sein? Was soll anders werden? Wo wird es schwer? Die Teilnehmerin hört zu und antwortet zunächst nicht.
5. Handlungen vereinbaren
Am Ende sagt die Teilnehmerin, was für sie stimmig ist, was nicht passt, wo Zweifel bleiben und was besonders wichtig ist. Daraus werden mit der Trainerin konkrete nächste Handlungsschritte vereinbart.
Haltung, Verantwortung und Grenzen
Symbolarbeit kann emotional berühren. Deshalb braucht sie Freiwilligkeit, Zielklärung, einen geschützten Rahmen und eine sorgfältige Prozessführung. Symbole werden nicht fixiert, dramatisiert oder gegen eine Person verwendet. Die Methode öffnet Wahrnehmung und Sprache, sie ersetzt aber keine therapeutische Abklärung, wenn Themen stark belastend oder klinisch relevant sind.
Symbolarbeit bei GeSoB
GeSoB verbindet praktische Symbolarbeit nach Wilfried Schneider mit europäischer Projektarbeit, psychosozialer Bildung und methodischer Weiterentwicklung. Die Methode wurde in Projekten wie SymfoS, SymfoS for Youth Care und SOCS in Bildungsberatung, Jugendarbeit und Organisationsentwicklung übertragen und weiterentwickelt.



Wir bieten Coachings, Workshops, Fortbildungen und methodische Begleitung für Fachkräfte, Teams und Organisationen an. Wenn Sie Symbolarbeit in Beratung, Bildung oder Projektarbeit einsetzen möchten, sprechen Sie uns gerne an.